Einzigartiges barrierefreies Haus verbindet Ästhetik mit Funktionalität
03/06/2013

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Einzigartiges barrierefreies Haus verbindet Ästhetik mit Funktionalität

In Hoepertingen (Provinz Limburg) wurde kürzlich das barrierefreie Haus von Janine Goffings fertiggestellt. Im Hinblick auf etwaige künftige physische Behinderungen wollte Janine ein funktionell anpassbares Haus, das dennoch ganz normal aussehen sollte. Wie sich zeigt, wurde der Auftrag zur Zufriedenheit der Auftraggeberin erfüllt. Unter anderem dank der markanten Fassadenverkleidung mit Lithium Zero ist das Haus ein Musterbeispiel für eine besonders moderne Wohnumgebung geworden.

Bequem wohnen mit Stil

Janine Goffings ist bereits mehr als 30 Jahre als Sozialarbeiterin aktiv. In ihrem Beruf hat sie oft mit hilfsbedürftigen Personen zu tun. Dies veranlasste sie zum Bau eines Hauses, in dem sie trotz etwaiger künftiger physischer und motorischer Behinderungen ihr ganzes Leben komfortabel wohnen bleiben kann. Janine entschied sich für ein Neubauprojekt und wandte sich an einen befreundeten Architekten, Jeroen Bellings. „Janine wollte eine offene Wohnung mit einem Garten, um immer ausreichend Bewegungsraum zu haben“, sagt Bellings. „Das Haus musste auf einem spezifischen Grundstück (einer Restparzelle) errichtet werden, aber letztendlich gelang uns eine offene Bauweise an der Grundstücksgrenze. Es ist ein sehr schönes Haus geworden, das perfekt ihren (zukünftigen) Bedürfnissen entspricht.“

Vor allem die offene Einrichtung und das damit zusammenhängende Raumgefühl fallen gleich auf. Das Haus hat nur eine einzige feste Innenwand und besteht ansonsten aus flexiblen Wänden. Wohnraum, Küche und Garten gehen nahtlos ineinander über durch die große Glasfläche an der Rückseite. Nichts weist darauf hin, dass dies ein „behindertengerechtes Haus“ ist. Janine berichtet: „Man sieht nicht, dass im Haus verschiedene Aspekte berücksichtigt wurden, und das ist auch gut so. Was ich keineswegs wollte, war eine Wohnung, die wie ein Krankenhaus aussah. Es ist ein schönes, gemütliches Haus mit kleinen Nuancen, die durch die ausgezeichnete Einbindung in die Architektur kaum auffallen. So möchte ich zeigen, dass man auf stilvolle Weise Zugänglichkeit und Brauchbarkeit bei der Wohnungsplanung einbeziehen kann.“

Anpassbare Wohnung

Bei der Realisierung ihrer Wohnung wandte sich Janine an das Toegankelijkheidsbureau [Zugänglichkeitsbüro]. Diese VoG wurde 1992 gegründet, um die Erreichbarkeit, Zugänglichkeit und Brauchbarkeit von unter anderem Wohnungen und Häusern für ältere und behinderte Personen zu erhöhen. „Janine hat uns gebeten, sie und den Architekten bei der Planung und Einrichtung zu unterstützen“, berichtet Lieve Houbrechts, Beraterin für Wohnen und Pflege beim Zugänglichkeitsbüro. Das Haus ist mit vielen Dingen ausgestattet, die es Janine auch in Zukunft ermöglichen werden, hier bequem weiterzuleben. Einige Beispiele:

  • In den Türen wurde ein Kontakt vorgesehen, der das automatische Öffnen ermöglicht.
  • Das Badezimmer ist mit einer bodenebenen Dusche, einem Waschbecken auf Sitzhöhe und einer angepassten Toilette ausgestattet.
  • Im Abstellraum wurden die Waschmaschine und der Trockner erhöht aufgestellt, damit Janine sie leichter bedienen kann.
  • Türen und Rollläden können in Zukunft ferngesteuert werden (Gebäudeautomation).

All diese Aspekte scheinen auf den ersten Blick Details zu sein, sind aber für die (zukünftige) Lebensqualität von Janine sehr wichtig. „Barrierefreies Haus“ ist eigentlich nicht das richtige Wort: Es handelt sich vielmehr um ein „anpassbares“ Heim: Das Haus passt sich dem Bewohner an und nicht umgekehrt“, meint Houbrechts.

Markante Fassadenverkleidung

Das Haus besticht durch sehr viele architektonische Besonderheiten und vermittelt einen lebhaften, dynamischen Eindruck. Die markante Fassadenverkleidung spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Fassade wurde mit Zero verblendet, einem traditionell vermauerten Ziegel mit fugenlosem Erscheinungsbild. Aus den 18 verfügbaren Farben wählte Janine Lithium, eine Kombination dunkler Erdtöne. Die Zero-Ziegel wurden mit einem hochwertigen Mörtel der Firma Cantillana verarbeitet. Um das einheitliche Erscheinungsbild der Fassadenverkleidung nicht zu stören, wurde die dunkle Variante gewählt. „Ich hatte noch nie mit Zero gearbeitet, aber im Laufe der Zeit entdeckten wir die vielen Vorteile“, sagt Bauunternehmer Maurice Rubens. „Die Kombination des traditionellen Mauerwerks mit der Verklebung ist einzigartig und erleichtert die Arbeit enorm.“

Fotos: Studio Dupont, Borgloon