Nachhaltige Ziegelfassade für Nullenergiehaus
22/06/2012

Aktuelle Übersicht

Beim Bau eines Passivhauses in Puurs entschied sich der Architekt Bruno Callaert für eine umfassende Dämmung in Kombination mit energiefreundlichen Techniken und nachhaltigen, klassischen Materialien. Die Fassaden bestehen aus Verblender und die Dachpfannen aus Ton. Ein solches Massiv-Passivhaus hat den Vorteil, dass es mehr Wärme speichern kann. Außerdem kann dieses Haus die benötigte Energie erzeugen, die zum Heizen oder Kühlen erforderlich ist. Das Haus hat dafür das Nullenergiehaus-Zertifikat erhalten.

Es war eine bewusste Entscheidung für die Bauweise. Auf diese Weise benötigen die Bewohner wenig natürliche Ressourcen, um ihr Haus zu heizen oder zu kühlen. Es ist natürlich eine höhere Investition erforderlich. Aber durch die erhaltenen Zuschüsse, Steuervorteile und natürlich die sehr niedrigen Energiekosten lassen sich die Investitionen schnell kompensieren.

Ziegel: zeitlos, modern und nachhaltig

Für die Fassaden optierte Bruno Callaert für Ziegel. „Ziegel sind zeitlos und haben ihre Solidität längst unter Beweis gestellt. Aber gleichzeitig ist das Produkt auch sehr zeitgenössisch. Vor allem aufgrund der zahlreichen neuen Reihen und der neuen Verarbeitungsweise ist die Ziegelfassade äußerst modern. Auch die verschiedenen Formate, Steinmischungen und seit neuestem die Riemchen lassen Fassadensteine aktueller denn je erscheinen.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass ein Fassadenstein besonders alterungsbeständig ist und keine Pflege erfordert. Dabei handelt es sich um einen Nachhaltigkeitseffekt, der oft unterschätzt wird“, so Architekt Callaert.
„Dennoch versteht nicht jeder das gleiche unter Nachhaltigkeit. Die Fenster sind beispielsweise aus Aluminium und laut verschiedenen Analysen gilt dieses Material als weniger nachhaltig. Doch unlängst hat sich eine Nachhaltigkeitsorganisation bei ihrer eigenen Geschäftsstelle für Aluminium entschieden, da es recycelt werden kann. Auch Gipskarton lässt sich optimal recyceln. Dabei handelt es sich um das sogenannte Cradle-to-Cradle-Prinzip, die Wiederverwertung von der Wiege bis zur Wiege.

Ziegel Livorno sorgt für verspielte blauschwarze Farbeffekte an der Fassade

Um die Harmonie in dem neuen Viertel zu wahren, hatte der Architekt besondere Vorschriften des RUP (Ruimtelijk UitvoeringsPlan = Raumordnungsplan) für Fassaden und Dächer zu berücksichtigen. Bei diesem Plan ist die Farbgebung auf Weiß, Grau und Schwarz beschränkt.

Architekt Callaert erläutert: „Der Kunde wollte eine dunkelgraue bis schwarze Fassade. Daraufhin habe ich eine Referenzliste der verschiedenen Hersteller und Typen erstellt, da man einen Stein so am besten beurteilen kann. Um das Ganze nicht allzu streng wirken zu lassen, hat sich der Kunde für einen Handform-Verblender entschieden. Die Wahl fiel aufgrund seiner verspielten blauschwarzen Farbeffekte schnell auf Livorno. Die bizarre Oberflächenstruktur des Ziegels sorgt für einen zusätzlichen Charme der Fassade. Außerdem verknüpft Vandersanden diese guten Leistungsanforderungen mit einem interessanten Preis. Und wenn der Bauunternehmer den Stein auch noch gerne verarbeitet, führt dies zu günstigeren Angeboten und zu einem schöneren Ergebnis.“

Fugenlose Fassade mit Dünnbettmörtel

Sowohl der Architekt als auch der Bauherr haben sich für eine fugenlose Fassade entschieden, da auf diese Weise die Schlichtheit des Gebäudes noch besser zum Ausdruck kommt. Darüber hinaus kommt der Ziegel Livorno mit seinen blauen Schattierungen und seinem Relief noch besser zur Geltung.
Bei der Frontfassade handelt es sich um eine massive Wand, die nur von zwei Einschnitten unterbrochen wird. Die unterste Fläche ist so detailliert, dass keine Unterteilungen sichtbar sind, obwohl die Haustür und das Garagentor darin integriert sind. Das große Fenster mit Dreifachverglasung hält diese Schlichtheit ein. Dafür war eine Spezialstütze erforderlich, doch jetzt lässt das Fenster die Abendsonne über einen Glasboden bis ins Wohnzimmer einfallen. „Die zusammen mit dem Bauunternehmer getroffene Entscheidung, Dünnbettmörtel zu verwenden, wurde auch deshalb getroffen, da damit weniger Ausblühungen verbunden sind“, so Bruno Callaert. „Und das Verkleben der horizontalen und vertikalen Fugen sorgte für eine geringere Luftzirkulation in den Hohlräumen.“

Komfortables Nullenergiehaus

„Der Bauherr wollte auf Komfort absolut nicht verzichten“, so Architekt Bruno Callaert. „Deshalb verfügt das Haus auch über einen Keller und eine Garage. Im gesamten Haus herrscht eine konstante Temperatur, und zwar das ganze Jahr über. Selbst im Sommer ist keine Kühlung erforderlich. Es zieht auch nicht. Die Dreifachverglasung und die luftdichten Profile sorgen dafür, dass man sogar im Winter bequem im Eckfenster sitzen kann. Aufgrund der zusätzlichen Dämmung und der fehlenden Roste ist es im Haus auch viel leiser”, so Architekt Callaert.

Ansonsten sind für ein komfortables Passivhaus ein effizientes Lüftungssystem und eine optimale Luftdichtheit mit einem sogenannten Blowerdoor-Test von Bedeutung.
Architekt Bruno Callaert: „Um die Anforderungen eines Nullenergiehauses zu erfüllen, haben wir thermische und Fotovoltaik-Solarpaneele verwendet. Obwohl das Dach nicht besonders groß und die Orientierung nicht optimal ist. Dank des geringen Energieaufwands haben wir die Anforderungen jedoch erfüllt. Der Energieeffizienzwert ist auf E10 gesunken. Vor kurzem wurden zwar die steuerlichen und finanziellen Anreize für Passiv- und Nullenergiehäuser gesenkt, aber glücklicherweise setzt sich diese Technologie immer mehr durch und es bleiben natürlich auch die Energie- und Komfortvorteile.“